Schattenjagd

„Das Tageslicht fällt auf die Seite“… heisst es in einem Lied namens Seemann. Zeit, das zu fangen, was Peter Pan selbst nie geschafft hat: Schatten.

Ein wenig sieht es so aus, als würden die Schuhe über dem Schatten schweben

Ein wenig sieht es so aus, als würden die Schuhe über dem Schatten schweben

„Warum immer nur Blümchen- und Postkartenmotive fotografieren“, muss ich mir wohl gedacht haben, als ich mich mit dem Nikkor 35mm DX 1.8 auf die Jagd nach Schatten machte. Schon in Platons Höhlengleichnis tragen Schattenspiele eine wichtige Rolle, um die Ideenlehre zu veranschaulichen. Das Schemenhafte, das Weglassen des Eigentlichen hat in der Tat seinen eigenen Reiz.

Ein Paar, das in der Schattenwelt miteinander verschmilzt

Ein Paar, das in der Schattenwelt miteinander verschmilzt

Unter Freiluftbedingungen bietet sich die tiefstehende Sonne des Frühlings sehr gut an, die Schatten sind sehr hart und gut ausgeprägt. Wann immer die natürliche Diffusorschicht, auch bekannt als Wolkendecke, die Sonne freigibt, heben sich die Konturen sehr klar hervor. Schattenbilder können auch durch die naive Malweise die Fantasie anregen und kleine Geschichten flüstern.

Ein Hund an der Leine

Ein Hund an der Leine. Oder doch ein Wolf?

Niemand kann sich dagegen erwehren, alles wirft einen Schatten. Das eine oder andere einen etwas größeren, das nächste einen etwas kleineren Schatten. Als Ensemble lassen sich darin auch Vater, Mutter und Kind deuten.

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Vater, Mutter, Kind

Deplatzierung und Verschmelzung treten gleichermaßen auf wie klare und gut erkennbare Abziehbilder der Dinge selbst. Manche Bilder kann man einfach so auf sich wirken lassen, und man erkennt darin sofort eine innewohnende Ordnung.

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Solange das Laub noch nicht an den Blättern hängt, zeichnen sich auch die natürlichen Strukturen der Verästelungen sehr gut auf dem Boden ab. Manche Bäume scheinen sich im Irgendwo zu berühren, andere beherrschen einen ganzen Platz.

Platzhirsch. Kleiner Baum hat einen großen Auftritt.

Platzhirsch. Kleiner Baum hat einen großen Auftritt.

Der Boden scheint mit einer Landkarte bemalt worden zu sein, wenn man sich die vielen Haupt- und Nebenwege der Schattenstraßen anschaut.

Landkarte

Landkarte

Mir hat die Jagd nach den Schatten jedenfalls eine Menge Spaß gemacht. Wenn man sich über das harte Seitenlicht mal wieder ärgert, sollte man nochmal kurz überlegen, ob man sich nicht wenigstens an der Projektion erfreuen kann. Auch im Studio lassen sich Schattenspiele sehr gut einsetzen, und schon lange vor den Fotografen wurden Porträts im Profil auch gerne als Scherenschnitt angelegt.

 

Autor: Danny Busch


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